Aufgrund unerfolgreicher Suchaktionen in zahlreichen Lebensmittelgeschäften, bin ich zu dem Schluss gekommen:

Auf dieser Erde existiert kein frei verkäufliches YES-Törtchen mehr!!!
Hier findet ihr die offizielle Unterschriftenliste als Download![]()
Was war YES?
Bei YES handelte es sich um eine kleine Torte mit Karamellcreme-Füllung (19,7 %) und mit Fettglasur (32,4 %) überzogen.
Inhalt
Ein Törtchen hatte 38 g.
Verpackung
Bei der Verpackung handelte es sich um Plastikfolie, die ganz in weiß/orange gehalten war und man aufreißen konnte. Auf der Vorderseite war neben dem Nestle-Logo und dem Produktnamen, welcher in großen orangen Lettern mit goldener Umrandung abgedruckt war, ein angeschnittenes YES-Törtchen abgebildet und die Angabe, wie viele Törtchen sich darin befinden. Auf der Rückseite fand man Angaben zum Hersteller,
zu den Zutaten etc. Jedes YES-Törtchen lag innerhalb dieser Folie auf einem kleinen Pappteller.
Die Verpackung war recyclebar (grüner Punkt).
Zutaten
Zucker, Eier, Weizenmehl, Wasser, gehärtetes Pflanzenfett, Pflanzenfett, Glukosesirup, Molkenerzeugnis, Feuchthaltemittel Sorbitsirup, Weizenstärke, Karamellzuckersirup, Emulgator (E 471, E 475, Sojalecithine), Buttermilchpulver, Alkohol, fettarmer Kakao, Salz, Stabilisator (Carrageen, E 508), Aroma, Sahnepulver, Spuren von Nüssen und Erdnüssen
(laut Verpackungsaufdruck)
Ehemaliger Hersteller
Nestle Deutschland AG, 60523 Frankfurt/Main
Mein YES
Schon wenn man das kleine Törtchen aus seiner Verpackung nahm, strömte einem ein süßer schokoladiger Geruch entgegen. Mit der Schokoladenverzierung oben auf sah das YES wirklich aus wie ein kleiner rechteckiger Schokoladenkuchen. Das Papptablett wurde beim Verzehr von YES auch wirklich benötigt, da das Törtchen ganz weich war und sobald man ein wenig fester zu drückt, platzte die Schokoglasur weg und alles wurde zu Matsche. Auf dem Papptablett konnte man wunderbar das YES-Törtchen immer wieder ein Stückchen nach vorne schieben und so dann das Stück, welches über den Papprand schaute abbeißen. Außerdem ersparte man sich so die Schokoschmierfinger, da die Schokoglasur in den Händen recht schnell schmolz.
Am besten bewahrte man die YES-Törtchen übrigens im Kühlschrank auf, so schmolzen sie nicht schon vor dem Genuss dahin.
Beim ersten Biss in ein YES-Törtchen war man schon hin und weg. So zart, süß, lecker, weich, einfach soft. Mmmmmh. Es bestand innen aus einem luftigen Biskuitteig, der geschichtet war. Zwischen diesen einzelnen Schichten befanden sich dünne Schichten der Karamellcreme.
Das ganze YES-Törtchen war nicht zu süß und die Kreation Schokolade, Biskuitteig und Karamellcreme war einfach wunderbar aufeinander abgestimmt. Ich bekam nie genug davon.
Nachteilig ist zu bemerken, dass das Törtchen nicht unbedingt etwas für kleine Kinder war, da es Alkohol enthielt, den man beim Verzehr auch leicht herausschmeckte.
Betrunken bin ich jedoch noch nie davon geworden. *g* Nicht mal beschwipst.
Fazit
Eine leckere Torte in Miniaturausgabe. Einfach lecker!!!
No Törtchen aus Berlin
Das Nestlé-Werk in Tempelhof macht zum Jahresende dicht, Berlin bekommt 500 Arbeitslose mehr. Für Kritiker ein Fall von "Missmanagement". Wirtschaftssenator Wolf lässt nun Investoren suchen
von UWE RADA
und CHRISTOPH TITZ
Schokolade setzt offenbar nicht nur Glückshormone frei, sondern auch die nötige Kreativität für Werbetexter. Für die einen ist Milka dann die "zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt", während die Choco Crossies von Nestlé ganz auf den Faktor Neid setzen. "Da hört die Freundschaft auf", heißt der Crossies-Slogan ganz salopp, doch die meisten der 500 Beschäftigten im Nestlé-Werk in Tempelhof mögen das gestern nur noch zynisch gefunden haben.
Seit gestern Mittag steht fest, was schon seit November vorigen Jahres im Gespräch war: Das Nestlé-Werk in der Teilestraße 11-16 wird zum Ende des Jahres geschlossen. So hat es der Aufsichtsrat der Nestlé Deutschland AG gestern - gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter - beschlossen. 150 Beschäftigte, so das Angebot der Konzernleitung, könnten einen Job in Hamburg finden, weitere 30 bis 50 zunächst in einer Qualifizierungsgesellschaft unterkommen.
"Die Zahl der Stellen, die in Hamburg angeboten werden, ist irrelevant, weil viele gar nicht gehen können", sagte dazu gestern der stellvertretende Betriebsratvorsitzende Hans Wagner. Rainer Renzmann, seit sieben Jahren Anlagenfahrer bei Nestle, bestätigt das. "Mit vier Kindern geht das nicht." Dass man gerade Berlin schließt und nicht Hamburg, ist für Renzmann eine "klare Standortentscheidung für den Westen." Die Schuldigen sieht er in der Marketingabteilung des Konzerns: "Die Sache wurde in Frankfurt versaut."
Das sieht auch die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) so. Die Schließung sei von der Konzernleitung damit begründet worden, dass die jüngsten Investitionen in den Betrieb sich nicht amortisiert hätten, sagte NGG-Gewerkschaftssekretät Roland Franke. Diesen Investitionen seien aber "Fehler im Management" vorangegangen.
Schuld sind allerdings nicht die Choco Crossies, bei denen die Freundschaft angeblich aufhört, sondern die YES-Törtchen. Auf deren Produktion hat die Konzernleitung die Tempelhofer Fabrik in der Vergangenheit nahezu ausschließlich konzentriert. Nachdem die Törtchen aber bei Aldi aus den Regalen genommen wurden, brach 1998 der Absatz zusammen. Hinzu kam noch ein Preisverfall im Marktsegment der so genannten Kuchenriegel. Offenbar haben nicht nur die Werbetexter von Nestlé zu wenig Schokolade gegessen, sondern auch die Manager. Die Folge: Statt YES-Törtchen gibt es nun no Törtchen aus Berlin.
Auch die Grünen-Wirtschaftsexpertin Lisa Paus, machte gestern Missmanagement für die Schließung verantwortlich. "Es kann doch nicht sein, dass in einer modernen Fabrik nicht noch Platz für die Herstellung anderer Produkte ist", kritisierte sie.
Ähnlich, allerdings etwas diplomatischer, drückte sich der Sprecher von Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS), Christoph Lang, aus: "Wenn man früher in neue Produkte und Produktionstechniken investiert hätte, hätte man das Werk nicht schließen müssen."
Haben wir doch auch, lautete gestern die Reaktion aus der Frankfurter Konzernzentrale. "Doch das, was uns mit der Auslistung bei Aldi weggebrochen ist, konnte durch neue Produkte wie die ,Wonderballs' für den US-Markt oder ,Petfour' nicht ausgeglichen werden", sagte Sprecherin Barbara Nickerson.
Auf Drängen von Wirtschaftssenator Wolf sucht Nestlé nun nach einem Investor, der in der Tempelhofer Fabrik weiter produzieren und auch einen Teil der Belegschaft übernehmen möchte. Zum Stand dieser Suche wollte sich Nickerson gestern aber nicht äußern.
Mit dem Aus für die Nestlé-Fabrik neigt sich auch die lange Geschichte der Schokoladenproduktion in Berlin ihrem Ende zu. Noch in den Zwanzigerjahren war Tempelhof die größte Schokoladenfabrik der Welt, und auch zur Wende waren in der Teilestraße noch 3.000 Menschen beschäftigt. Mit dem Ende der Berlinförderung ging es den verlängerten Werkbänken an den Kragen. Zuletzt musste Nestlé die Marke "Sarotti" 1997 an Stollwerck verkaufen. Doch auch der Stollwerck-Standort in Mariendorf steht jetzt auf dem Prüfstand.
Berlin muss sich nun nicht nur damit abfinden, nicht mehr Hauptstadt der Schokoladenproduktion zu sein. Auch für den rot-roten Senat könnte es eng werden. Auf dem Höhepunkt der Koalitionsverhandlungen ernährten sich die Unterhändler beider Parteien nur noch von Gummibärchen - und Schokolade.
taz Berlin lokal Nr. 6979 vom 13.2.2003, Seite 19, 178 Zeilen (TAZ-Bericht), UWE RADA / CHRISTOPH TITZ
Für ganz Abhängige
Füllung:
2 Tafeln dunkle Schokolade (je 100g)
2 Tafeln Vollmilchschokolade (je 100g)
400 g Schlagsahne
50 ml weißer Rum
Teig:
3 Eier
100g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
30g Mehl
30g gemahlene Haselnüsse
40g Speisestärke
2 TL Backpulver
20 g dunkles Kakaopulver
3 EL Rum
4 EL Aprikosenkonfitüre
Guss und Verzierung:
450g dunkle Kuvertüre
30 g weiße Kuvertüre
30 g dunkle Kuvertüre
Zubereitung:
Zuerst die Füllung vorbereiten: Schlagsahne im Topf erhitzen, Schokolade darin unter Rühren schmelzen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, den Rum gründlich unterrühren, kalt stellen.
Nun den Teig rühren und backen: Die Eier trennen, das Eiweiß mit 2 EL heißem Wasser steifschlagen, Zucker, Salz und Vanillezucker dabei einrieseln lassen. Die Eigelbe unterrühren, Mehl, Stärke, Backpulver und Kakao dazusieben, gemahlene Nüsse draufgeben, alles unterheben. Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Kuchenblech (32*38cm) streichen, im vorgeheizten Ofen (O+UH 200°C) ca. 15 Minuten backen. Herausnehmen, stürzen, Backpapier abziehen und auskühlen lassen. Biskuit der Länge nach in 3 Streifen schneiden (je ca. 10*38cm). Jeden Streifen mit je 1 EL Rum beträufeln, 2 Streifen mit je 2 EL Konfitüre bestreichen. Einen davon auf ein Brett legen. Nun die Schoko-Rum-Sahne mit dem Handrührgerät kräftig aufschlagen, die Hälfte davon auf den ersten Streifen streichen. Den zweiten Streifen mit Konfitüre draufsetzen, mit der restlichen Creme bestreichen, letzten Streifen ohne Konfitüre draufsetzen und andrücken. Eventuell hervorgequollene Creme rundherum glattstreichen. Den Kuchen eine Stunde kühl stellen. Für den Guss 450 g dunkle Kuvertüre hacken und im Wasserbad schmelzen, kurz abkühlen lassen und den Kuchen damit überziehen, trocknen lassen. Restliche weiße und dunkle Kuvertüre hacken, zusammen schmelzen, in einen Gefrierbeutel füllen, eine kleine Ecke abschneiden und damit dann Streifen über den Kuchen sprenkeln (wie bei einem YES-Törtchen). Trocknen lassen.
Mein Brief an die Nestlé Gesellschaft:
Sehr geehrte Frau Akyüz,
Mir liegt eine sehr wichtige Frage auf dem Herzen:
Leider ist mir aufgefallen, dass im Jahre 1998 Ihre YES-Törtchen aus den Supermarkt Regalen verschwunden sind. Freunde und Bekannte von mir finden diese Begebenheit sehr traurig, da dadurch ihrer Meinung nach ein Stück Herzlichkeit aus Deutschland verschwunden ist.
Könnten Sie mir bitte sagen, warum die Produktion Ihrer YES-Törtchen eingestellt wurde? Gibt es denn noch Möglichkeiten YES-Törtchen zu erstehen?
Ich bedanke mich hiermit für Ihre Antwort und hoffe auf eine baldige
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Süß
Und die Antwort darauf:
Sehr geehrter Herr Süß,
vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an Yes.
Mit Bedauern teilen wir Ihnen mit, dass Yes nicht mehr hergestellt wird.
Die Nachfrage hat immer weiter abgenommen. Aus diesem Grund haben wir die Produktion eingestellt. Auch Restbestände stehen uns nicht mehr zur Verfügung.
Es tut uns Leid, dass wir ausgerechnet eines Ihrer Lieblingsprodukte nicht mehr anbieten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Nestlé Service
Manuela Nitschke
60523 Frankfurt am Main
Tel.: 069-6671 3071
Fax: 069-6671-4385
www.nestle.de
RS 09.05.07